Mit Nischengeschäft zum Erfolgskurs

Fabrikhalle der Polyplan-GmbH

Seit 2019 gehört der Straßlacher Anlagenbauer Polyplan-GmbH zur Pepperl+Fuchs Familie. Unweit von München, in einem alten Industriepark, setzt das Unternehmen seit Jahren auf automatisierte Wachs- und Schäumanlagen für die Automobilindustrie– ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

5.000 Quadratmeter groß ist die Fabrikhalle, in der die Polyplan-GmbH Anlagen für die Automobilindustrie fertigt. Anfang 2019 begrüßte Pepperl+Fuchs das Unternehmen in seiner Familie. Eine naheliegende Entscheidung, da es eine bereits länger währende intensive Zusammenarbeit zwischen Polyplan und dem Pepperl+Fuchs Tochterunternehmen VMT GmbH gab. Seit Jahren setzt Polyplan die Kamerasysteme von VMT für robotergeführte Applikationen ein.

Konzentration auf zwei Geschäftsfelder

Im Anlagenbau konzentriert sich Polyplan bisher auf zwei sehr spezielle Geschäftsfelder. „Zum einen bauen wir Wachsanlagen für die Hohlraumkonservierung von Fahrzeugen“, erklärt Dr. Frank Worpitz, Geschäftsführer von Polyplan, „darüber hinaus fertigen wir Schäumanlagen, in denen Polyurethanschäume in Karosserien eingebracht werden, um die akustischen Eigenschaften von Fahrzeugen zu verbessern.“ Zum Einsatz kommen die fertigen Anlagen überwiegend in der Lackiererei, teilweise auch in der Montage bei Automobilherstellern. Dort werden die Materialien automatisiert und robotergestützt in die Karosserie eingebracht. Anlagenbestandteile wie Roboter, Steuerungen und Schaltschränke werden von Polyplan zugekauft und verbaut, Spezialwerkzeuge hingegen werden in Eigenregie gefertigt.

Die extraschlanken Mischköpfe für die Polyurethanschäume etwa sind eine solche Eigenproduktion und heben das Unternehmen vom Wettbewerb ab, da sie auch engste Zwischenräume zugänglich machen. „Hinzu kommt, dass wir das Know-how haben, die Polyurethantechnologie so zu automatisieren, dass sie sich perfekt in das individuelle Umfeld der Kunden integrieren lässt und, einmal in Betrieb genommen, zuverlässig läuft“, erklärt Frank Worpitz. „Konkret heißt das: Wir bauen sehr robuste Anlagen, die wir einmal einstellen und die dann ohne Nachbesserung oder ständiges Nachjustieren laufen.“ Somit benötigt der Kunde kein explizites Wissen über die zugrunde liegenden chemischen Prozesse und die allgemeine Technologie. „In der Marktnische, in der wir uns hier bewegen, ist das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betont der Geschäftsführer.

Mit einem Jungen, Dynamischen Team ist polyplan auf Erfolgskurs

„Wir sind ein Unternehmen mit reinem Projektgeschäft, das hohe Flexibilität von der Belegschaft erfordert“, erklärt Frank Worpitz. „Genau dadurch zeichnet sich unser junges dynamisches Team aus. Das sind alles Multitalente, die immer über den Tellerrand schauen und bereit sind, am selben Strang zu ziehen, um Projekte rechtzeitig fertigzustellen. Da hilft schon mal die Elektroplanung zum Beispiel in der Montage aus, wenn es sein muss. So etwas tut man nur, wenn man sich für dieses ungewöhnliche und sehr herausfordernde Geschäft wirklich begeistert.“

Blick in die Zukunft

Auf den Rückhalt des Teams baut der Geschäftsführer auch mit Blick auf die Herausforderungen in der Zukunft: „Mit unserem Automatisierungs- und Integrations-Knowhow müssen wir auch weiter sehr eng an den Prozessen unserer Stammkunden dranbleiben und reagieren, sobald sich an den Fertigungsverfahren der Automobilhersteller etwas ändert. Darüber hinaus gilt es aber, auch neue Geschäftsfelder zu erschließen.“